Review

Reviews 9
Speed Metal

EXODUS

Persona Non Grata

Label: Nuclear Blast/Rough Trade
Dauer: 60:18
Erscheinungsdatum: 19.11.2021
Ausgabe: RH 414

Nach dem Ende von Slayer kann sich Gitarrist Gary Holt endlich wieder voll auf EXODUS konzentrieren und liefert mit dem an den Anfang gestellten Titelstück gleich einen Brückenschlag zwischen beiden Bands. Nun ist es ja wahrlich nicht so, dass sich EXODUS jemals der Verweichlichung verdächtig gemacht hätten, aber hier gehen sie noch einen Schritt weiter. Die textlich an 'Blacklist' erinnernde Nummer scheißt zugunsten von kompromissloser Härte weitgehend auf Melodien und wirkt mit ihrem ultra-brutalen Riffing einfach nur bitterböse. Passend dazu kläfft und brüllt Zetro mit maximalem Hass-Level, ohne seine ansonsten ja durchaus vorhandenen Gesangsfähigkeiten zu nutzen. Was für ein Opener! Auch 'The Beatings Will Continue (Until Morale Improves)' holt sofort den Knüppel aus dem Sack und ist mit gerade mal drei Minuten der wohl kürzeste Song der Bandgeschichte; die im Refrain verwendeten Gangshouts verstärken die Hardcore/Crossover-Schlagseite noch. Den Gegenpol zu diesem Hochgeschwindigkeitsgebolze bildet die schleppende Abrissbirne 'Prescribing Horror', die mit ihrem balladesken Babygebrüll-Break für intensive Grusel-Atmosphäre sorgt und zu den Höhepunkten zählt. Ansonsten gibt's natürlich jede Menge galoppierende Bay-Area-Thrasher mit prägnanten Mitgröl-Refrains sowie bärenstarken Soli, die den typischen EXODUS-Sound am repräsentativsten abbilden. Besonders hervorzuheben sind diesbezüglich das ebenfalls extrem angepisste 'R.E.M.F', die zweite Single 'Clickbait' sowie mein Favorit 'Slipping Into Madness', der in zukünftigen Live-Setlists dauerhaft seinen Platz finden sollte. Ein gewaltiges Statement nach langen sieben Jahren Albumpause!

Autor:
Marcus Schleutermann
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