Review

Reviews 8,5
Heavy Metal Rotzrock

KVELERTAK

Splid

Label: Rise/Warner
Dauer: 58:14
Erscheinungsdatum: 14.02.2020
Ausgabe: RH 394

Der eine oder andere wird KVELERTAK abgeschrieben haben, nachdem Sänger und Aushängeschild Erlend Hjelvik 2018 von Bord gegangen ist. Doch die Norweger konnten mit Ivar Nikolaisen einen neuen Frontmann gewinnen, der sich ganz hervorragend in Bühnenshow und Bandsound einfügt. An Letzterem hat auf „Splid“ wieder Kurt Ballou mitgewirkt, womit die Musiker davon abgelassen haben, sich - wie auf „Nattesferd“ - selbst zu produzieren. Die Rückkehr zu Ballou hat sich gelohnt: Der Mann sorgt dafür, dass „Splid“ eine ganze Ecke frischer und runder als das 2016er Werk klingt. Zudem sind die Kompositionen wieder zwingender ausgefallen und werden in den Refrains gern mit einer Extraportion Melodie ausgeschmückt. Dass die Band sich dabei mehr und mehr von ihren Black-Metal-Wurzeln verabschiedet, stört kaum, denn an die Stelle der teuflischen Rasereien sind Classic-Rock-Harmonien und Heavy-Metal-Riffs gerückt, denen das Sextett mit seiner Punkrock-Herangehensweise ordentlich Feuer unterm Hintern macht. Zudem wagen KVELERTAK in der zweiten Albumhälfte einige Experimente, mit denen sie ihr stilistisches Terrain neu abstecken: Während sich die Truppe in 'Uglas Hegemoni' so deutlich wie nie vor Turbonegro verneigt, flirtet man zu Beginn von 'Tevling' mit '(Don't Fear) The Reaper'-Referenzen, bevor sich der Song zu einer der dynamischsten Nummern im KVELERTAK-Kosmos wandelt. Das achtminütige 'Delirium Tremens' geht noch weiter und zieht von einem balladesken Beginn bis zu einem Blastbeat-Höhepunkt alle Register. Lediglich das dröge 'Fanden Ta Dette Hull!' kann auch durch den Metallica-artigen Thrash-Part in der Mitte nicht gerettet werden. In der Summe ist es dem Sextett gelungen, die beste und spannendste Platte seit dem 2011er Debüt abzuliefern. Willkommen zurück!

Autor:
Ronny Bittner
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