Review

Reviews 7.5
Alternative Hard Rock

MAMMOTH WVH

Mammoth WVH

Label: Explorer1/H´Art
Dauer: 58:18
Erscheinungsdatum: 11.06.21
Ausgabe: RH 409

Für sein erstes Soloprojekt bedient sich Wolfgang, Sohn von Gitarren-Gott Eddie, beim Namen der Vorläuferformation von Van Halen. Ein netter, kleiner Gag - genau wie die fiese Monsterkrabbe fürs Coverartwork, die nun wirklich nichts mit einem Ur-Elefanten, aber umso mehr mit den Plattencovern der legendären Hipgnosis-Agentur zu tun hat. Ein Motiv, das für etwas Bedrohliches, Gefährliches steht. Attribute, die aber nur bedingt auf den Sound des immerhin 30-Jährigen Ex-Van-Halen/Tremonti-Bassisten zutreffen. Der betätigt sich hier als Multi-Instrumentalist, der alles im Alleingang erledigt - inklusive eines leicht melancholischen Nölgesangs in der Manier von Layne Staley. Passend dazu sind die meisten der 14 Stücke im Grunge der frühen Neunziger verhaftet. Sie weisen starke Anleihen bei Alice In Chains, Soundgarden oder Nirvana auf, aber auch bei Black Sabbath als Ziehvätern der Seattle-Bewegung: doomige, wuchtige Riffs, eine düstere, intensive Grundstimmung, ein treibender Beat und ein hymnischer Bariton. Ein ziemliches Brett, das vielleicht nicht immer originell anmutet, aber handwerklich anspruchsvoll ist. Sprich: Wolfgang ist kein Mozart der Rockmusik, beherrscht aber ein spannendes Wechselspiel der Stimmungen, ist mal laut oder leise, mal wuchtig und dann wieder mellow, mitunter auch mal richtig poppig - nur um anschließend die ölige Mofakette hervorzuholen. Ein überzeugendes Debüt mit einem bemerkenswerten Finale: In ´Distance´ verabschiedet er sich von seinem Vater, der im Februar 2020 an Krebs verstorben ist. Ein bewegender Moment und der Höhepunkt von „Mammoth WVH“.

Autor:
Marcel Anders
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