Review

Reviews 8.5
Speed Metal

SODOM

Partisan

Label: Steamhammer/SPV
Dauer: 16:40
Ausgabe: RH 379

(PLUS-MINUS)

Kaum eine Thrash-Veröffentlichung wurde so heiß erwartet wie das - nach dem Rock-Hard-exklusiven Sacrilege-Cover ´Lifeline´ - erste Lebenszeichen der generalüberholten SODOM. Und das Ding delivert absolut mächtig. Der Titeltrack wird von einem klassischen, regelrecht leichtfüßigen Edel-Riff von Heimkehrer Frank Blackfire getragen, klingt völlig frisch und authentisch und beamt einen direkt 30 Jahre in die Vergangenheit. ´Conflagaration´ ist genauso geil, stammt von Gitarrero Nummer zwei, Yorck Segatz, und würzt die Thrash-Attacken mit der Punk-Kante diverser alter deutschsprachiger SODOM-Songs. Die Produktion lag wieder in den Händen von Corny Rambadt, balanciert auf einem schnieken Grat zwischen Breitwand-Geballer und Bodenständigkeit und ist perfekt für SODOM. ´Tired & Red´ als Liveversion vom diesjährigen Rock Hard Festival (schöner „Come on, let´s dance!“-Zwischenruf von Blackfire) setzt einen grandiosen Schlusspunkt unter eine Platte, die verdammt noch mal Lust auf mehr macht

Es ist übrigens müßig zu diskutieren, ob nicht auch das Angelripper/Bernemann/Makka-Line-up zu solch einem Glanzstück fähig gewesen wäre. Tom Angelripper fühlt sich wieder wohl, und das zählt.

Jan Jaedike

8,5

Mit einem hat Jan Recht: Sicher wurde schon lange keine SODOM-Veröffentlichung mehr derart gespannt erwartet wie diese EP. Schließlich verbinden nicht wenige mit der Rückkehr von Frank Blackfire die Erwartung, dass die Band einen Knaller der Marke „Agent Orange“ oder „Persecution Mania“ raushaut. Gemessen an dieser Erwartungshaltung ist „Partisan“ eine Enttäuschung. Der Titelsong beginnt mit einem einfallslosen Allerweltsriff, der Refrain ist blass und die Bridge nicht der Rede wert. Was alles in allem gut genug wäre für ein dreieinhalbminütiges Stück im hinteren Teil eines Albums, wird auf über fünf Minuten gestreckt - man muss sich beherrschen, nicht weiterzuskippen, um zu sehen, ob nicht wenigstens der zweite Song was kann. Aber ´Conflagration´ ist auch nicht besser, klingt punkig, aber eigentlich nicht nach SODOM. Auch die Produktion ist - wie schon auf „Decision Day“ - alles andere als Weltklasse. Ja, es klingt breitwandig, aber auf die digital aufgeblasene Homestudio-Art. Dass Tom sich wieder wohlfühlt, freut mich für ihn. Noch mehr würde ich mich aber über wirklich gute Songs freuen. Wenn sich das neue Line-up nicht noch deutlich steigert, wird man den Rausschmiss von Bernemann und Makka wohl als schweren Fehler bezeichnen müssen.

Sebastian Schilling

5

Autor:
Jan Jaedike
Sebastian Schilling
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