Review

Reviews 9
Death Metal Progressive

SWALLOW THE SUN

Moonflowers

Label: Century Media/Sony
Dauer: 52:40
Erscheinungsdatum: 19.11.2021
Ausgabe: RH 414

Es ist Winter, es ist dunkel, es ist kalt. Was gibt's da Besseres als ein Glas schweren, tiefroten Wein und dazu eine neue Scheibe von SWALLOW THE SUN? Die Doom-Prog-Melancholiker aus Finnland liefern mit „Moonflowers“ wieder ab, und zwar auf Qualitätsstufe eins. Mastermind und Gitarrist Juha Raivio verarbeitet auch auf „Moonflowers“ den tragischen Krebstod seiner 2016 verstorbenen Lebensgefährtin Aleah Stanbridge, die eine hervorragende Sängerin und Songwriterin war. Im Vergleich zum starken Vorgängeralbum „When A Shadow Is Forced Into The Light“ (2019) wirkt „Moonflowers“ reduzierter, nackter, intimer und dadurch atmosphärisch noch tiefgehender. Das wunderschöne 'Woven Into Sorrow' rührt in der richtigen Stimmung zu Tränen, ebenso wie die herzzerreißende Akustikballade 'The Fight Of Your Life'. Und dennoch gleiten SWALLOW THE SUN nie ins Kitschige ab, sie vermeiden scheinbar bewusst jegliche Klischees. Dafür sind die Herren viel zu gute Musiker, deren Wurzeln, man mag es kaum glauben, im Progrock-Bereich bei Bands wie Rush oder Yes liegen. Trotz aller Traurigkeit und Melancholie weiß das Sextett auch immer wieder mit harten Passagen zu fesseln. Das abschließende 'This House Has No Home' offeriert gar blastige Black-Metal-Parts, und auch die zweite Singleauskopplung 'Enemy' ist ein ordentliches Metal-Pfund. Ein fantastisches, tief unter die Haut gehendes Album, das zudem mit einem ausbalancierten Jens-Bogren-Mix zu punkten weiß. Beeindruckend!

Autor:
Patrick Schmidt
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