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REVIEW 8.5 20.04.2005

(Dynamit, RH 216, 2005)

MORGANA LEFAY - Grand Materia

(59:46) MORGANA LEFAY standen jahrelang synonym für Power Metal der allerfeinsten Sorte und schweißtreibende Liveshows. Nach fünf nahezu durchweg exzellenten Studioalben kam es allerdings zum Bruch; Sänger Charles Rytkönen und Gitarrist Tony Eriksson spalteten sich ab, produzierten unter dem Lefay-Banner zwei weitere fantastische Scheiben und tourten sich den Arsch ab, während der Rest der Truppe eine Platte unter dem Namen MORGANA LEFAY veröffentlichte, die mit dem ursprünglichen Sound der Band jedoch nur wenig zu tun hat. Im Jahr 2001 wurde es dann richtig still um (MORGANA) LEFAY. Doch damit ist´s nun vorbei. Die Bollnäs-Barden sind zurück, und zwar mit dem fast identischen Line-up, das die beiden famosen Lefay-Scheiben „The Seventh Seal" und „...---..." eingespielt hatte; lediglich ein neuer Basser ist mit von der Partie. Und glücklicherweise kehren die Schweden mit der gleichen Macht in die Szene zurück, die sie stets ausgezeichnet hat. Auch auf dem Konzept-Album „Grand Materia" zelebrieren sie Power Metal der grandiosesten Sorte, der ordentlich Dampf im Kessel hat und auf überflüssige Schnörkel verzichtet. Hier gibt´s kein Keyboard-Geseier, keine fröhlichen Singalong-Melodien und kein selbstgefälliges Gefrickel - stattdessen satte Gitarren-Power, großartige Riffs, fantastische Vocals und knallharte Drum-Beats. Zwar experimentieren MORGANA LEFAY auch gerne mal mit ein paar moderneren Gitarrensounds, die typische Stilistik der Band geht dadurch aber keineswegs flöten. Ich wäre gerne noch etwas detaillierter auf die einzelnen Stücke eingegangen, aber leider wurde keine exakte Tracklist zu dieser Promo mitgeliefert. Zudem hielt die Plattenfirma es für eine gute Idee, sämtliche Tracks als ein einziges Stück auf diese CD zu packen, so dass man schon mal den Überblick verlieren kann, wo welcher Song zu Ende ist und wann der nächste anfängt. Macht aber nix, denn unterm Strich zählt lediglich, dass MORGANA LEFAY in bester Form zurückgekehrt sind. Und das ist in diesem Fall mal eine Reunion, die richtig Sinn macht.

REVIEW 5.5 24.11.1999

(Album, RH 151, 1999)

MORGANA LEFAY - Morgana Lefay

Was um Himmels willen soll das? Die Herren Daniel Persson, Joakim Heder und Jonas Söderlind sind wirklich liebe, nette Burschen, aber Tatsache ist, daß sie niemals die Hauptsongschreiber bei MORGANA LEFAY waren - und schon gar nicht die Identifikationsfiguren dieser Band. Insofern steht eines fest: Die einzig wahren MORGANA LEFAY heißen jetzt nur noch Lefay und veröffentlichen ihre Platten bei einem anderen Label. Warum allerdings die verbliebenen Mitglieder entgegen anderslautenden ersten Meldungen jetzt doch unter dem Namen MORGANA LEFAY weitermachen, bleibt indes völlig schleierhaft. Schließlich müssen sie sich somit an ihren früheren Werken messen lassen - und da können sie einfach nur verlieren. "Wir haben keine Lust mehr, unsere alten Stücke zu spielen, wollten stattdessen etwas modernere und angesagtere Musik aufnehmen, die mehr unseren aktuellen Einflüssen entspricht", schreiben die Jungs in einem Presseinfo. Das ist ihr gutes Recht, aber dann sollten sie sich wirklich einen anderen Namen suchen. Denn die Mucke, die die Schweden auf diesem Longplayer bieten, hat nichts, aber auch gar nichts mit MORGANA LEFAY zu tun. Stattdessen probieren sich die Herren an zeitgemäßem Riffgeschrubbe, das sich zugegebenermaßen schwer kategorisieren läßt und vom Riffing her gar nicht übel ist. Tatsache ist aber: Daniel Persson ist ein guter Gitarrist, dafür aber als Sänger ein absoluter Taugenichts, die Produktion klingt, als ob in irgendeinem billigen Demostudio aufgenommen wurde. Ich weiß nicht, wie ihr darüber denkt, aber unter MORGANA LEFAY stelle ich mir etwas anderes vor als verzerrte Vocals ohne Melodie und mechanische Riffs ohne nennenswerte Harmonien. Leute, zieht lieber einen Schlußstrich unter die Sache und fangt von vorne an - das wäre zumindest ehrlich!

REVIEW 9.0 17.12.1993

(Album des Monats, RH 80, 1993)

MORGANA LEFAY - The Secret Doctrine

Du lieber Himmel, die haben's aber eilig. Ganze neun Monate sind seit dem Release des MORGANA LEFAY-Erstlings "Knowing Just As I" vergangen, da steht mit "The Secret Doctrine" bereits der Nachfolger in den Läden. Was auf den ersten Blick wie ein Schnellschuß aussieht, relativiert sich bei näherem Betrachten jedoch, wenn man weiß, daß das Debüt aus altem, lediglich noch mal neu abgemischtem Demo-Material bestand, das teilweise schon zwei Jahre auf dem Buckel hatte. Außerdem hört sich "The Secret Doctrine" nicht wie ein halbgares Expreßpaket an - im Gegenteil. MORGANA LEFAY zeigen den Clawfingers und anderen Trendreitern dieser Welt den ausgestreckten Mittelfinger und beweisen, daß man auch mit traditionellen Stilmitteln ein modernes, abwechslungsreiches und originelles Album machen kann. "The Secret Dcctrine" bietet Power Metal, wie er purer nicht sein kann. Allerdings rede ich hier nicht von einem altbackenen Sound, sondern von Musik, die am ehesten in einem Atemzug mit der von Iced Earth, Metal Church, Manowar oder dem aktuellen Werk von Metallica genannt werden kann. Den größten Sprung tätigte mittlerweile Sänger Charles Rytkönen, dessen Vocals auf dem Debüt noch etwas gewöhnungsbedürftig klangen, inzwischen aber deutlich an Kraft und Transparenz gewonnen haben. Musikalisch decken MORGANA LEFAY das komplette Spektrum dieser Stilrichtung ab - ergo wird von der Power-Ballade ('Last Rites', 'The Mirror') über hymnenhafte Midtempo-Stampfer ('Soldiers Of The Holy Empire', 'Rooms Of Sleep') bis hin zu flotteren Nummern ('Dying Evolution', 'Paradise Lost') alles geboten, was das Metaller-Herz braucht. Überragend ist dabei die Arbeit der beiden Gitarristen Tony Eriksson und Tommi Korpanen, die sich treffsichere Riffs en masse aus dem Ärmel schütteln und mit phantasievollen Leads zu begeistern wissen. Das Ganze kommt in einem klaren, aber druckvollen Sound und mit einem wunderschönen Cover- Artwork daher. Wollt ihr wirklich noch mehr? "The Secret Doctrine" ist eine vielseitige Metal-Scheibe, die garantiert KEINE Alternative/Grunge-Sequenzen enthält.

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