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REVIEW 28.09.2016, 01:00

(DVD - Musik, RH 353, 2016)

TWISTED SISTER - Metal Meltdown - Live From The Hard Rock Casino Las Vegas

(Loud & Proud) Forty & fuck it. Das war´s, TWISTED SISTER sind Geschichte – und hinterlassen im Live-Sektor eine Lücke, die so leicht niemand füllen können wird. Bereits im letzten Heft haben wir uns mit Frontmann Dee Snider ausführlich über den Split unterhalten, jetzt liegt uns die letzte Veröffentlichung der schrillen Truppe aus Long Island vor. Das Package besteht aus drei Discs: Auf der CD findet sich das komplette Konzert, das die Band 2015 im Rahmen der „Metal Meltdown"-Konzertserie in Las Vegas gegeben hat, auf DVD und Blu-ray (inhaltsgleich, Letztere ist technisch aber deutlich besser) sowohl die Show als auch eine gut anderthalbstündige Doku. Während das Konzert an sich über alle Zweifel erhaben ist, in hervorragender Bild- und Tonqualität kommt und reichlich Schauwerte (Pyros! Videoleinwände! Dee Snider!) bietet, hapert es an der Umsetzung: Auf der CD wird nach jedem Song kurz ausgeblendet, in der gefilmten Fassung fehlen die Ansagen, dafür werden Interviewpassagen aus der Doku dazwischengeschnitten. Umgekehrt enthält die Doku aber auch Live-Aufnahmen, was doppelt gemoppelt wirkt. Eine klarere Trennung wäre wünschenswert gewesen. Ansonsten: top und für alle TWISTED SISTER-Fans als Abschiedsgeschenk sowieso unverzichtbar. 3 FRAGEN AN TWISTED SISTER-FRONTER DEE SNIDER: Dee, „Metal Meltdown" ist euer finales Geschenk an die SMFs, euer Vermächtnis. Habt ihr im Vorfeld darüber nachgedacht, statt eines Live-Albums eine reguläre Platte zu veröffentlichen? »Nein, keine Sekunde. Seit unserer Reunion im Jahr 2003 sind keine neuen TWISTED SISTER-Songs mehr entstanden. Das hat auch einen Grund, denn die Leute wollen lieber unsere Klassiker hören. Vor einer Weile habe ich ein Interview mit Elton John gesehen, in dem er sagte, dass er vor seiner nächsten Show Angst hat, weil er Stücke von seiner neuen Platte spielen wird.« Traurig, aber so geht es wohl leider vielen alten Helden. »Ja, in der Tat. In dem Moment, in dem man mit einer Band, die so lange wie TWISTED SISTER im Geschäft ist, neue Tracks spielt, geht die Energie im Publikum verloren. Die Leute gehen zur Bar oder aufs Klo. Das ist fast schon ein Pawlow´scher Reflex. Man läutet quasi die Glocke, und auf einmal haben alle Durst, obwohl sie vorher nie daran gedacht hätten, ihren Platz zu verlassen. Ziemlich verrückt (lacht).« Dennoch bringst du demnächst ein Soloalbum raus. »Die Musik auf „We Are The Ones" ist viel zeitgenössischer und eher mit den Foo Fighters oder Thirty Seconds To Mars als mit TWISTED SISTER vergleichbar. Die Songs sind Hardrock, kein Metal. Die Message bleibt aber dieselbe. Es geht darum, dass man den Glauben an sich selbst nicht verlieren darf. Wenn jemand versucht, dir Scheiße aufzutischen, dann akzeptiere das nicht und lehne dich auf. Daran hat sich seit ´We´re Not Gonna Take It´ nichts geändert!«

REVIEW 23.03.2016

(DVD - Musik, RH 347, 2016)

TWISTED SISTER - We Are Twisted F*cking Sister!

DVD des Monats: Es dürfte kaum einen Metalhead geben, der TWISTED SISTER nicht kennt – diese fünf Typen, die sich auf der Bühne wie Frauen anziehen, Make-up tragen und einige der ikonischsten Rock-Hymnen aller Zeiten (allen voran ´We´re Not Gonna Take It´ und ´I Wanna Rock´) geschrieben haben. Dee Snider erkennt man unter hunderten Sängern auf Anhieb, Bassist Mark „The Animal" Mendoza macht seinem Spitznamen alle Ehre, wenn er auf der Stage sein Instrument beinahe zu zerdreschen scheint, die Gitarristen Jay Jay French und Eddie Ojeda sind die starken Schultern, auf denen der Rock´n´Roll-Zirkus jongliert. Im vergangenen Jahr verstarb der langjährige Dummer A.J. Pero, aktuell befindet sich die Band auf Abschiedstour. Aber wie hat die mehr als vier Jahrzehnte andauernde Karriere dieser Truppe eigentlich begonnen? Die wenigsten dürften wissen, dass TWISTED SISTER bereits in den frühen Siebzigern als Coverband an den Start gingen und dass es nach der Gründung beinahe zehn Jahre dauern sollte, bis sie schließlich ihr Debüt veröffentlichten. Mit „We Are Twisted F*cking Sister!" widmet sich Regisseur Andrew Horn der dokumentarischen Aufarbeitung der Frühphase einer Band, die von zahlreichen Line-up-Wechseln, Beinahe-Auflösungen und dem generellen Wahnsinn der Siebziger geprägt ist. Nicht nur dank Interviews mit Zeitzeugen, zahlreichen alten Videoschnipseln und Foto-Einblendungen absolut sehenswert!

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