Vorwort


Foto: Thorsten Seiffert

Vorwort 24.07.2019, 08:00

DANKE!

Erst mal: DANKE! Danke für Euer zahlreiches Erscheinen und dafür, dass IHR genauso wie die Bands sowie alle Beteiligten und Helfer vor Ort auch das 2019er Rock Hard Festival zu einem großen Erfolg gemacht habt. Selbst der zwischendurch aufgekommene Sturm hat so gut wie keine Schäden hinterlassen und lediglich für kleinere Probleme gesorgt; wohl selten hat man bei aller Feierlust „vernünftigere“ (Zeltplatz-)Besucher als Euch erlebt. Das ist nicht selbstverständlich und muss an dieser Stelle unbedingt noch mal erwähnt werden. Einen großen Rückblick findet Ihr ab Seite 24 in diesem Heft! (Natürlich arbeiten wir bereits am Billing für 2020 und haben auch schon eine Handvoll namhafte Truppen, darunter einen ersten Co-Headliner, gebucht; erste Infos gibt´s in Kürze.)

Davon abgesehen steht das August-Rock-Hard - ausnahmsweise mit Klebebindung und 16 Seiten dicker als üblich - ganz im Zeichen unserer großen Titelstory, einem 40-seitigen Special, das an unser 2005 erschienenes Buch „Best Of Rock & Metal - Die 500 stärksten Scheiben aller Zeiten“ anknüpft und rekapituliert, was sich seither in der Szene getan hat. Welche 100 Alben aus den letzten fast anderthalb Dekaden MUSS man haben? Was war relevant? Was ist im Gedächtnis geblieben? Können „aktuelle“ Platten mit den ganz großen Klassikern der siebziger, achtziger und neunziger Jahre mithalten? Und wenn ja: Sind die Damen und Herren vom Rock Hard dazu in der Lage, die Spreu vom Weizen zu trennen und die „richtigen“ auszuwählen? Die Arbeit am Special jedenfalls war von Diskussionen geprägt, die jeden hier zwischendurch den Kopf haben schütteln lassen (und zwar waagerecht, nicht senkrecht...) ob der „Ahnungslosigkeit“ der anderen - aber auch von Spaß an der Auseinandersetzung, von einer Leidenschaft, die zumindest uns schon mal letzten Endes gezeigt hat, welchen Stellenwert mittlerweile nicht nur „Highway To Hell“, „Master Of Puppets“ und „The Number Of The Beast“ haben, sondern eben auch „Meliora“, „Firepower“ oder „The Time Of No Time Evermore“. Vielleicht verbinden letztere Alben nicht mehr ganz so viele Menschen gleichzeitig wie die großen Errungenschaften vergangener Jahrzehnte; deshalb bedeuten sie einzelnen Musik-Fans aber noch lange nicht weniger. Und das ist ein sehr gutes Zeichen.

An dieser Stelle auch gerne noch ein paar Worte zu Sabaton, dem „Steitthema der Stunde“ - wobei ich den Eindruck habe, das die Band vor allem mal wieder eine typische Projektionsfläche für sich tief in der „Szene“ befindende „Opinion Leaders“ ist und weniger für den „durchschnittlichen“ Hörer und ja: auch Metalfan. Das ist natürlich legitim, und jede Diskussion ist per se erst mal begrüßenswert, ich beschränke mich hier aber einfach mal auf meine ganz eigene Sichtweise, die „leider“ nicht besonders spektakulär ist: Ich finde Sabaton musikalisch komplett irrelevant, und ihre ultra-simple, schlagerhafte Herangehensweise ist nicht das, was ICH unter Heavy Metal verstehe. Die Band zu „kreuzigen“, weil sie sich für Promofotos u.a. auf einem Soldatenfriedhof (grinsend) hat ablichten lassen, halte ich hingegen für ziemlichen Nonsens und genau den zuspitzenden Empörungsmechanismus, der letzten Endes jegliche konstruktive Auseinandersetzung verhindert. Nicht falsch verstehen: Natürlich kann ich Fotos, die die Gräuel des Ersten Weltkriegs banalisieren (wenn man es denn so sieht...), für völlig geschmacklos halten. Natürlich darf ich das auch kritisieren (das möchte ich an dieser Stelle auch). Aber wenn einen das „Verharmlosen von Gewalt“, die Überführung realer Geschehnisse in einen anderen, auch „unterhaltenden“ Kontext, generell wirklich so tangiert, sollte man es bitte nicht bei Sabaton belassen. Dann sollte man für sich selbst vielmehr jede Band der letzten 40 Jahre auf den Prüfstand stellen, jedes Splatter-Cover, jedes Christen-Bashing, jede „Mordfantasie“, jeden Anflug von Sexismus, jedes „unkritische“ oder lediglich „beschreibende“ Auseinandersetzen mit den Themen „Krieg“ und „Zerstörung“. Kann man natürlich machen - aber man darf sich danach nicht wundern, die Büchse der Pandora sehr weit geöffnet zu haben...

Viel Freude mit Rock Hard 387!

Autor:
Boris Kaiser

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.