Review

Reviews 9
Black Metal Speed Metal

DESASTER

Churches Without Saints

Label: Metal Blade/Sony
Dauer: 43:25
Erscheinungsdatum: 04.06.2021
Ausgabe: RH 408

In meinem Universum liefern sich diesen Monat Grave Miasma und DESASTER ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um den „Album des Monats“-Titel: Während Erstere in Sachen Death Metal alles richtig machen, liefern Letztere eine der stärksten, abwechslungsreichsten Black-Thrash-Platten der letzten Zeit ab - und das ohne von den Wurzeln abzurücken. Um das zu verdeutlichen, tauchen wir in die Mitte der Scheibe ein: Der Anspieltipp 'Exile Is Imminent' beginnt mit einem Riff, das einen alten Priest-Song einläuten könnte, geht dann aber kontrastierend in eine hochmelancholische und ursprüngliche Black-Metal-Melodie über, die Gänsehaut bereitet. Von da aus entwickelt das Stück unter vielfältigen Tempo- und Beatwechseln immer neue Höhepunkte, ehe es in den Titeltrack mündet. „Münden“ ist hier besonders passend, weil 'Churches Without Saints' die melancholische Grundstimmung seines Vorgängers mitträgt, sie aber nicht zuletzt durch eine langsamere Geschwindigkeit deutlich finsterer in Szene setzt. Anschließend erklingt 'Hellputa', und die Zeichen stehen plötzlich auf Sturm: Die Höllenhündin entpuppt sich als klassischer Nackenbrecher samt schönem Solo und versetzt - erneut - in eine ganz andere Stimmung. DESASTER bewahren also ihren Signature-Sound, ohne sich selbst zu kopieren; sie werfen ihre Hörer in ein Becken vielfältiger Atmosphären, begeistern mit einer natürlichen Old-School-Produktion und machen „Churches Without Saints“ zu einem der besten Alben des bisherigen Jahres.

Autor:
Mandy Malon
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos