Vorwort

Vorwort 22.01.2020, 12:30

BRITISH STEEL!

Als ich gerade vor dem noch leeren Laptop-Bildschirm saß und sowohl über diese Zeilen hier als auch über unsere diesmonatigen Titelhelden Judas Priest, nun ja, zu sinnieren begann, musste ich relativ schnell an mein Vorwort zum letztjährigen Juni-Heft denken, das von Schlabberzunge Gene Simmons geziert wurde. Der Tenor des damaligen Coming-of-Age-Editorials: Klein-Boris fand Kiss mit 13, also 1987, ziemlich kacke, wurde aber irgendwann zumindest zum Semi-Fan.

Was Priest angeht, gibt´s Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Auch im Falle von Rob Halford & Co. ging meine Heavy-Metal-Sozialisation zu einem ungünstigen Zeitpunkt vonstatten, „Turbo“ war bereits kalter Kaffee, als ich die härteren Töne für mich entdeckte, und „Ram It Down“ ließ mich 1988 schlicht und einfach ratlos zurück. DAS sollten die mächtigen Judas Priest sein, von denen jeder redete? Eine Band, die bereits mehr als ein halbes Dutzend Klassiker in der Vita hatte? Noch heute halte ich das elfte Studioalbum der Engländer für einen uninspirierten Stinker, aber damit stehe ich ja nicht alleine da...

Den Backkatalog ließ ich daraufhin jedenfalls erst mal außen vor, der kam tatsächlich erst 1990 zum Zuge, als mich schließlich „Painkiller“ zum Supporter machte. Zwar ist auch Platte Nummer zwölf in meinen Ohren kein Heiliger Gral des Metal (der Titelsong nervt mich sogar latent...), und ich würde eher ein Trio des überragenden Achters vom 1976er „Sad Wings Of Destiny“ bis zum 1984er „Defenders Of The Faith“ mit auf die berühmte einsame Insel nehmen, aber die Klasse sowie die Wichtigkeit dieses Frühneunziger-„Comebacks“ sind natürlich trotzdem völlig unbestritten.

Alles in allem gehören Judas Priest heute für mich - eben wegen der Großartigkeit der erwähnten acht, neun Jahre - zu den wichtigsten und auch besten (das ist, bei allem Respekt, der Unterschied zu Kiss...) Rock- und Metal-Bands überhaupt, ihren Einfluss kann man gar nicht hoch genug bewerten, der Heavy Metal hätte sogar zweifellos eine andere Entwicklung genommen, hätten sich die britischen Herren nicht irgendwann vor 50 (oder 51) Jahren zusammengetan.

In unserem 20-seitigen Special zeichnet Matthias Maderpedia, unser Berliner Metal-Lexikon auf zwei Beinen, die Geschichte der Band in erster Linie anhand von neuen Interviews nicht nur informativ, sondern auch extrem unterhaltsam nach, neben Frontmann Rob Halford und Bass-Stoiker Ian Hill kommen u.a. auch Ur-Sänger Al Atkins, Ex-Drummer Les Binks und sogar Band-Managerin Jayne Andrews zu Wort. Vor allem auf letzteren Coup sind wir ein bisschen stolz, es ist das erste Europa-Interview, das die Frau, an der man IMMER vorbei muss, wenn man zu Judas Priest will, jemals gegeben hat...

Habt ein tolles 2020!

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MIXTAPE MANIA

Die JUDAS PRIEST-Lieblingssongs der Redaktion

Beyond The Realms Of Death (Andreas Schiffmann)

Victim Of Changes (Boris Kaiser)

One Shot At Glory (Buffo)

Blood Red Skies (Conny Schiffbauer)

Leather Rebel (Felix Mescoli)

Between The Hammer & The Anvil (Jan Jaedike)

Beyond The Realms Of Death (Jenny Rönnebeck)

The Sentinel (Jörg Staude)

Dreamer Deceiver (Ludwig Krammer)

You´ve Got Another Thing Comin´ (Marcus Schleutermann)

Mother Sun (Matthias Mader)

Painkiller (Michael Rensen)

The Sentinel (Mike Borrink)

Jawbreaker (Ronny Bittner)

Before The Dawn (Stefan Glas)

Screaming For Vengeance (Stefan Hackländer)

Beginning Of The End (Wolfgang Liu Kuhn)

Breaking The Law (Wolfram Küper)

The Hellion/Electric Eye (Jens Peters)

Autor:
Boris Kaiser

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